Die wichtigsten Unterschiede zu Windows
(Oder: Know-How Basics für den Umgang mit Ubuntu und Linux)
Nachdem Ubuntu installiert wurde ist wohl für den normalen Windows-User erstmal alles fremd. (Zumindest wenn es über das Starten von Firefox oder OpenOffice hinaus geht.)
Deswegen hier mal ein paar Grundlagen:
Die Methode des Installierens von Software unterscheidet sich von der von Windows. Meist (ja, es gibt Ausnahmen, aber wenn man etwas aus den unten beschriebenen Paketquellen installiert gilt das hier *g*) ist es sogar sehr viel einfacher. Die Software kommt zum Großteil in sogenannten Paketen daher. Da Ubuntu eine auf Debian basierende Distribution ist, benutzt es .deb Pakete. (Das ist einfach ausgedrückt die Ubuntu-Variante der Setup.exe von Windows.) Im Prinzip sollten sich alle .deb Pakete installieren lassen. Besser jedoch wenn man darauf achtet das man möglichst eine Version für das jeweilige Betriebssystem findet. (Meist gekennzeichnet mit “Ubuntu Hardy” für Ubuntu 8.04 Hardy Heron etc.)
.deb Pakete werden in Ubuntu mit einem eigenem Installer geöffnet in dem man nur noch auf “Installieren” klicken muss um das Programm zu automatisch installieren. (oder mit einem dpkg -i Paketname.deb in der Konsole, aber dazu ein andermal).
Darüber hinaus gibt es noch etwas viel praktischeres: Die Paketverwaltung!
Diese bietet Zugriff auf eine Bibliothek von Software Paketen die Speziell für die jeweilige Distribution angepasst ist. Hierüber lassen sich Programme problemlos finden, herunterladen und installieren sowie verwalten und wieder deinstallieren. Es gibt einmal die vereinfachte Variante unter Anwendungen->Hinzufügen/Entfernen, und die mächtigere: System->Systemverwaltung->Synaptic-Paketverwaltung. Hierüber lassen sich in der Regel auch die manuell per .deb Pakete eingespielten und alle vorinstallierten Programme (wieder) entfernen. Ein weiterer Vorteil der Software Paketverwaltung ist die Aktualisierbarkeit der Software. Über System->Systemverwaltung->Aktualisierungsverwaltung werden alle Softwareupdates zentral durchgeführt.
Über: System->Systemverwaltung->Software-Quellen (oder manuell in der Datei /etc/apt/sources.list) legt man fest auf welche Paketquellen das System Zugriff hat, und welche Updates abgefragt und eingespielt werden sollen. Hier kann man auch Fremdquellen hinzufügen um “fremde” Software zu beziehen und diese updaten zu lassen die nicht vom Ubuntu-Team stammen und freigegeben wurden. (Also etwa aktuellere Software, oder Software die nicht “offiziell von Ubuntu unterstützt” wird.) Fremdquellen stellen aber ein Sicherheitsrisiko dar, deswegen sollte man sich genau überlegen welchen Quellen man vertraut. (Also nicht unbedingt Quellen von evilhacker.ru verwenden.
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Das Dateisystem:
Das ist eine Sache die sich wohl am meisten von Windows unterscheidet.
Das wichtigste: Linux unterscheidet zwischen großen und kleinen Buchstaben! Die Dateien “foto.jpg”, “Foto.jpg”, oder “foto.JPG” sind für Linux drei verschiedene Dateien! Einige Benutzter kennen dieses Verhalten sicher von Webservern auf denen ja meist Linux zum Einsatz kommt.
Kommen wir nun zur Struktur des Dateisystems unter Ubuntu:
Ich versuche mal mit Hilfe von Windows Beispielen es so zu beschreiben dass eigentlich jeder halbwegs versierte Windowsbenutzer es verstehen sollte.
“/” ist das Grundverzeichnis. So wie “c:” oder eher der “Arbeitsplatz” bei Windows.
Die “Eigenen Dateien” von Windows sind die “home” Verzeichnisse unter Linux.
(/home/username/ wobei username halt der jeweilige User- bzw. Accountname ist.)
Darin befinden sich die Ordner wie “Musik” und “Bilder” (halt wie “Eigene Bilder” etc.) und normalerweise eigentlich alle Benutzer spezifischen Einstellungen von Programmen. Diese jedoch sind vorm User normalerweise versteckt, weil deren Ordner- oder Dateinamen mit einem Punkt beginnen. (z.B. “.pidgin”) Um sich die versteckten Ordner anzeigen zu lassen kann man im Dateibrowser (Nautilus) STRG-H drücken, oder unter per Menü Ansicht ->Verborgene Dateien anzeigen auswählen.
Unter “/media/” findet man die eingehängten (gemounteten) Laufwerke.
(USB Sticks, Festplatten und CD-Rom Laufwerke)
Auf speziellere Ordner will ich erstmal nicht eingehen.
Was einem als Windows-User noch neu sein dürfte ist die Rechteverwaltung.
So darf man z.B. als User nicht einfach jede beliebige Datei verschieben, bearbeiten oder löschen. Wenn man mit dem Dateibrowser z.B. die Datei /etc/X11/xorg.conf anklickt, und diese dann mit dem Texteditor öffnet kann man die Änderungen nicht abspeichern. Um dies zu tun brauchen wir bzw. das Programm womit wir arbeiten Root-Rechte. Dazu sollten wir das Terminal bemühen (es geht auch grafisch, davon rate ich jedoch ab):
Anwendungen->Zubehör->Terminal
Das wird man wenn man Dinge manuell konfigurieren will/muss öfters brauchen. Es bietet Zugriff auf die Kommandozeile (das was bei Windows Start->ausführen->cmd ist). Für unser Beispiel müssen wir den Texteditor gedit mit Rootrechten starten.
Dafür gibt es den Befehl sudo. Also immer erst sudo für Rootrechte, Leerzeichen und dann das zu startende Programm eingeben: sudo gedit
Nun kann man in gedit auf Datei->öffnen gehen, und sich zur Datei durchklicken. Oder man gibt gleich beim starten die Datei mit an: sudo gedit /etc/X11/xorg.conf (Noch so eine öfters benötigte Datei…).
Nun kann man auch die Änderungen speichern.
Muss man solche Dateien kopieren oder umbenennen und will dies nicht per Terminalbefehl (cp bzw. mv) machen, kann man sich mit sudo nautilus einen Dateimanager mit Rootrechten aufrufen – wovon ich jedoch wirklich DRINGEND abrate, da man so EINE MENGE kaputt machen kann !!EinsElf
So, das sollte erstmal reichen um jedem Umsteiger erstmal die Orientierung zu erleichtern. Weiterführende Informationen und Hilfe gibt es z.B. auf http://www.ubuntuusers.de im Wiki und dem Forum.
Artikelgrundlage mit freundlicher Genehmigung von OxKing (Oxblog)