Google – so what?
Nachdem ich gerade auf Twitter erwähnte, dass ich seit heute komplett von Firefox auf den Google-Browser Chromium (sudo apt-get install chromium-browser aus dem PPA) umgestellt habe, und mit diesem SEHR zufrieden bin (Performance – sowohl real als auch gefühlt – wesentich besser als Firefox 3.5.7pre) wurden Stimmen a la “Chrome speichert meine privaten Daten ja sauschnell und erstellt gerade ein komplexes Persönlichkeitsprofi” laut.
Um jetzt nicht jedem einzelnen jedes einzelne Argument vorzukauen will ich hier nur mal folgendes erwähnen:
Ja, ich nutze Chromium und Ja, ich weiß dass Google meine Daten zu Werbezwecken benutzt.
So what? Glaubt Ihr ernsthaft irgendwas auf dieser Welt ist GRATIS?
Was ist mit den ganzen Firmen, die unser Geld nehmen und TROTZDEM unsere Daten an Werbeheinis verhökern?
Google macht wenigstens keinen Hehl daraus – jeder der Google und dessen Dienste nutzt WEISS worauf er sich da eingelassen hat!
Und warum zum Geier sollte ich nicht einen sehr guten und schnellen Browser benutzen? Die allmächtige Datenkrake hat doch eh meine Daten:
- Meine privaten und zum Teil auch geschäftlichen eMails erledige ich mit Googlemail.
- Der von mir favorisierte IM-Dienst ist GTalk.
- In der Googlewave bin ich auch unterwegs.
- Meine Standardsuchmaschine? Na, dreimal dürft Ihr raten: Google!
- Für die Bearbeitung von Dokumenten etc. in der “Cloud” nehme ich Google Docs.
- Meine Blogstatistiken analysiere ich mittels Google Analytics.
- Termine? Google Kalendar.
- YouTube? Aber logo!
- Statt Strassenkarten nehm ich Google Maps und Google Earth.
Klar, das ist eine Menge, und in dunklen Momenten werfe ich mir auch schonmal vor mich einem Monopolisten (und nichts anderes ist Google) verkauft zu haben – aber seien wir doch mal ehrlich:
Was ist uns wichtiger?
Absolute “Unabhängigkeit” von Monopolisten (träumt weiter *g*) oder zuverlässige und untereinander vernetzbare Technik?
Ich beantworte diese Frage für mich persönlich jedenfalls mit der zweiten Antwort – die Zeiten in denen ich mit unzuverlässigen und untereinander nicht kompatiblen Diensten expeimentiert habe sind vorbei! Ich will eine einfache, elegante und funktionierende Lösung – und die bietet mir Google an.
Dass dafür meine Daten gesammelt und verkauft werden ist in meinen Augen ein kleiner Preis, insbesondere da dies so oder so geschieht – ob ich das nun will oder nicht!
ICH weiß wenigstens das ich meine Daten quasi zum Verkauf freigebe – und Ihr?
Wie war das z.B. noch mit K&M Elektronik?
ICH lebe in der Cloud und kenne die Gefahren – und es braucht kein Google um fast alles über mich zu erfahren:
Ich blogge hier, hier und hier, betreibe virtuellen Exibitionismus (*g*) via Twitter, Facebook, Flickr etc. und lebe in einem Land in dem die “Mächtigen” die Einführung einer Zensurinfrastruktur, Zwangswindowisierung (Stichwort: Pflichtvirenscanner) und ähnlichem Unsinn für “supertoll, volle Kanne!” halten.
Und da soll ich mir wegen einem Browser graue Haare wachsen lassen ???
Leute, wacht auf: Im Leben gibt es nichts umsonst – noch nicht mal den Tod!
Mir ist es jedenfalls lieber meine “achso intimen Daten” einem ehrlichen (im Sinne von: Die sagen wenigstens das die zu Werbezwecken verramscht werden) Unternehmen wie Google zu überlassen, dass mir im Gegenzug gute Dienstleistungen für “mit ohne Geld” anbietet als einem Unternehmen, dass mir für das selbe Verhalten noch Kohle abknöpft oder gar irgendwelchen selbsternannten “Heilsbringern des Netzes” bei denen man erst recht nicht weiß was da Sache ist.
Übrigens:
Was ist mit den anderen “Monopolisten”?
Microsoft?
Apple? (ok, nicht gerade ein Monopolist im klassischen Sinn, aber Monopolähnliche Stellung)
Telekom?
T-Mobile, Vodafone, E-Plus, o2?
Deutsche Post?
Der Staat?
Na? Alles mehr oder weniger starke Monopolisten – denen wir jedoch alle (oder sagen wir 99% von uns) Geld zahlen, und die unsere Daten genauso verramschen wie Google…







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lat. Vulpes vulpes geekensis
männlicher Angehöriger einer sonnen-lichtscheuen, pinguinliebenden Spezies






